Teil unseres Leitfadens zu Dach & Fassade

Dachsanierung Kosten: realistische Preise pro Quadratmeter 2026

Was eine Dachsanierung 2026 wirklich kostet: Preise pro Quadratmeter für Eindeckung, Dämmung und Dachstuhl, dazu Gerüst und Entsorgung, mit Rechenbeispiel.

Veröffentlicht am 05.08.2026 · 5 Minuten Lesezeit

Dachdecker verlegt neue Tonziegel auf einem abgedeckten Dachstuhl im Abendlicht

Wer Angebote für eine Dachsanierung einholt, bekommt Zahlen zwischen 80 und mehr als 500 Euro je Quadratmeter genannt. Beide Enden der Spanne sind real. Der Unterschied liegt nicht in der Preispolitik der Betriebe, sondern im Umfang: Eine reine Neueindeckung ist etwas anderes als ein Dach, das gedämmt wird und einen angeschlagenen Dachstuhl mitbringt. Dieser Beitrag schlüsselt auf, was 2026 realistisch ist und wo jede Pauschale endet.

Was kostet eine Dachsanierung? Die drei Preisspannen

Aktuelle Kostenübersichten aus dem Dachdeckerhandwerk (Stand 2026) nennen für das Steildach diese Spannen:

UmfangKosten je m² Dachfläche
Reine Neueindeckung mit Lattung und Unterspannbahn80 bis 150 €
Neueindeckung mit Dämmung150 bis 350 €
Komplettsanierung inklusive Dachstuhlbis etwa 550 €

Für ein Satteldach mit 150 Quadratmetern bedeutet das: rund 12.000 bis 22.500 Euro für die reine Neueindeckung und 22.500 bis 52.500 Euro, wenn Dämmung und Unterkonstruktion dazukommen.

Die einzelnen Posten im Überblick

Hinter den Gesamtspannen stehen Einzelposten, die sich getrennt beziffern lassen. Die Dämmwerte stammen von co2online (Stand September 2025), die übrigen aus Kostenübersichten von Dachdeckerbetrieben und Sanierungsportalen (Stand 2025/2026):

PostenKosten
Gerüst8 bis 15 € je m² Fassadenfläche
Abdecken und Entsorgen der alten Eindeckung20 bis 30 € je m²
Neueindeckung Betondachstein20 bis 35 € je m²
Neueindeckung Tondachziegel30 bis 60 € je m²
Neueindeckung Naturschiefer70 bis 150 € je m²
Zwischensparrendämmung70 bis 120 € je m²
Aufsparrendämmung inklusive Wiedereindeckung130 bis 200 € je m²
Dachstuhl instand setzen oder verstärken50 bis 120 € je m²

Dazu kommen die Spenglerarbeiten: Dachrinnen, Fallrohre, Kehlbleche, Kamineinfassungen. Dafür nennen wir bewusst keinen Quadratmeterpreis, weil diese Kosten an der Rinnenlänge und der Zahl der Durchdringungen hängen, nicht an der Fläche. Nach unserer Einschätzung aus laufenden Projekten liegt dieser Posten bei einem Einfamilienhaus meist im niedrigen vierstelligen Bereich.

Wenn bei Ihnen nur die Eindeckung ansteht, finden Sie die Materialfrage im Detail in unserem Beitrag Dach neu decken.

Was den Preis nach oben treibt

Vier Faktoren erklären, warum zwei gleich große Dächer sehr unterschiedlich abrechnen:

Die Dachform. Ein schlichtes Satteldach ist der günstigste Fall. Walmdächer, Gauben und Kehlen erzeugen Schnittkanten, und jede Schnittkante bedeutet Handarbeit, Verschnitt und Anschlussbleche.

Die Neigung. Sehr steile Flächen erfordern mehr Absturzsicherung, sehr flache Neigungen eine aufwendigere Unterdeckung, damit das Dach regensicher bleibt.

Der Zustand des Dachstuhls. Er ist die größte Unbekannte, denn sicher beurteilen lässt er sich erst, wenn die Eindeckung herunter ist. Morsche Sparrenköpfe oder durchfeuchtete Balken verschieben das Projekt von der Neueindeckung in Richtung Komplettsanierung.

Altlasten. Bei Faserzementplatten älterer Baujahre kann Asbest enthalten sein. Dann gelten besondere Regeln für Ausbau und Entsorgung, mehr dazu in unserem Beitrag zum Asbestdach.

Mit oder ohne Dämmung? Die ehrliche Antwort

Die Frage stellt sich seltener, als viele denken, denn oft nimmt das Gesetz sie Ihnen ab. Das Gebäudeenergiegesetz, das nach der Reform Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Modernisierung der Wärmeversorgung in Gebäuden heißt, verlangt in § 36 mit Anlage 7: Wer mehr als 10 Prozent der Dachfläche erneuert, muss die sanierten Flächen auf einen Wärmedurchgangskoeffizienten von höchstens 0,24 W/(m²K) bringen, beim Flachdach mit neuer Abdichtung 0,20 W/(m²K). Nur die kleine Reparatur unter dieser Grenze bleibt frei. Für Häuser mit höchstens zwei Wohnungen sieht dasselbe Gesetz vor der Beauftragung zudem ein Beratungsgespräch vor, sofern es kostenfrei angeboten wird.

Und wirtschaftlich? Wenn das Gerüst ohnehin steht und die Eindeckung ohnehin herunterkommt, ist die Dämmung so günstig wie nie wieder: Sie zahlen den Aufpreis für Dämmstoff und Arbeit, aber nicht noch einmal für Gerüst, Abdecken und Eindecken. Kommt die Dämmung später als eigenes Projekt, fallen genau diese Posten doppelt an. Welche Bauweise zu Ihrem Dach passt, steht im Überblick der Dämmarten.

Warum Kostenrechner nur Anhaltspunkte liefern

Online-Rechner multiplizieren Fläche mal Durchschnittspreis. Was sie nicht kennen: den Zustand Ihres Dachstuhls, die Zahl der Gauben und Kamine, die Anschlüsse am Nachbargebäude und die Frage, was unter den Pfannen liegt. Genau dort entstehen aber die großen Abweichungen. Allein der Zustand des Dachstuhls und die Materialwahl können die Gesamtkosten um mehr als 10.000 Euro verschieben.

Nutzen Sie Rechner deshalb für das, was sie können: eine erste Grobeinordnung, ob Sie über 20.000 oder über 60.000 Euro sprechen. Die belastbare Zahl liefert erst ein Angebot nach einem Ortstermin, bei dem jemand auf Ihrem Dachboden war.

Förderung und Steuerbonus in Kürze

Wird gedämmt, beteiligt sich der Staat. Zwei Wege stehen offen, die sich gegenseitig ausschließen:

  • BAFA-Zuschuss: 15 Prozent der förderfähigen Kosten, plus 5 Prozent, wenn ein individueller Sanierungsfahrplan vorliegt. Förderfähig sind bis zu 30.000 Euro je Wohneinheit, mit Sanierungsfahrplan bis zu 60.000 Euro, also maximal 12.000 Euro Zuschuss. Voraussetzung sind ein besserer Dämmwert, als das Gesetz verlangt (U-Wert höchstens 0,14 W/(m²K)), und die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten.
  • Steuerbonus nach § 35c EStG: 20 Prozent der Kosten, verteilt über drei Jahre, höchstens 40.000 Euro je Objekt. Er gilt für selbstgenutzte Gebäude, die älter als zehn Jahre sind, und läuft ohne Antrag über die Steuererklärung.

Die reine Neueindeckung ohne Dämmung fördert keines der beiden Programme. Welcher Weg bei Ihrem Dach der bessere ist, zeigt unser Beitrag zur Förderung der Dachsanierung.

Ein Dach, viele Gewerke, ein Ansprechpartner

An einer Dachsanierung arbeiten Gerüstbauer, Dachdecker, Zimmerer und Spengler, dazu je nach Projekt der Energieberater für die Förderung. Als Generalunternehmer beauftragen und koordinieren wir diese Fachbetriebe: Sie haben einen Ansprechpartner, einen Vertrag und eine Rechnung. Die Schnittstellen zwischen den Gewerken, an denen sonst Zeit und Geld verloren gehen, sind unser Problem, nicht Ihres. Was das für Ihr Dach konkret bedeutet, steht auf unserer Leistungsseite Dach und Fassade.