Bodengleiche Dusche mit Haltegriff in einem hellen, barrierefreien Bad

Barrierefreier Umbau: mehr Sicherheit auf jedem Weg im Haus

Ein barrierefreier Umbau betrifft selten nur einen Raum. Die bodengleiche Dusche im Bad, die verbreiterte Tür zum Flur, der Treppenlift im Treppenhaus: Jede Maßnahme greift in ein anderes Gewerk. Wir koordinieren Sanitär, Trockenbau, Elektro und Bodenbau als ein Projekt, klären mit dir, was DIN 18040-2 fordert, und begleiten den Antrag beim Pflegekasse oder der KfW, bevor gebaut wird.

Zuletzt aktualisiert: 17. August 2026
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Was barrierefrei nach DIN 18040-2 bedeutet

DIN 18040-2 kennt zwei Stufen. Der barrierefreie Standard verlangt unter anderem 80 Zentimeter lichte Türbreite, eine Bewegungsfläche von 120 mal 120 Zentimetern vor WC, Waschtisch und Dusche sowie schwellenlose Übergänge, technisch bedingt höchstens 2 Zentimeter. Der rollstuhlgerechte Standard, in der Norm mit R gekennzeichnet, setzt darüber: 90 Zentimeter Türbreite und 150 mal 150 Zentimeter Bewegungsfläche. Welcher Standard sinnvoll ist, hängt vom heutigen und dem absehbaren Bedarf ab, nicht von der Norm allein. Wir klären das am Anfang, damit später nicht doppelt gebaut wird.

Das barrierefreie Bad: der häufigste erste Schritt

Meist beginnt der Umbau im Bad, weil hier die Sturzgefahr am größten ist. Kern ist die bodengleiche Dusche mit Gefälle zum Ablauf statt einer Duschtasse mit Einstiegskante, dazu Haltegriffe an WC und Dusche, ein unterfahrbarer Waschtisch und rutschhemmende Bodenbeläge. Wie viel Aufbauhöhe eine bodengleiche Dusche wirklich braucht und wo es im Bestand eng wird, erklären wir im vertiefenden Beitrag zum Thema. Bei laufendem Betrieb dauert der Umbau eines Bads je nach Umfang eine bis zwei Wochen.

Türen, Schwellen und Wege im ganzen Haus

Neben dem Bad zählen drei Punkte am häufigsten: verbreiterte Türen zwischen Flur, Bad und Schlafzimmer, das Entfernen von Schwellen an Balkon- und Terrassentüren, und ausreichend breite Wege für Rollator oder Rollstuhl. Bei tragenden Wänden braucht eine Türverbreiterung einen Sturz und in der Regel einen Statiker, bei nichttragenden Wänden ist der Aufwand deutlich geringer. Wir prüfen das vor Angebotslegung, damit die Kalkulation trägt.

Treppenlift oder baulicher Umbau

Wo eine Treppe nicht mehr sicher zu bewältigen ist, ist ein Treppenlift meist die schnellste Lösung: Sitzlift auf gerader Treppe ab rund 3.500 Euro, auf einer Kurventreppe deutlich mehr, weil die Schiene angefertigt wird. Alternativ oder ergänzend kommt bei manchen Grundrissen ein Umbau ins Erdgeschoss infrage, etwa wenn Bad und Schlafzimmer dorthin verlegt werden können. Details zu Kosten und Fördermöglichkeiten stehen im vertiefenden Beitrag zum Treppenlift.

Zuschüsse: Pflegekasse und KfW greifen unterschiedlich

Bei anerkanntem Pflegegrad zahlt die Pflegekasse nach § 40 Absatz 4 SGB XI bis zu 4.180 Euro je Maßnahme und je pflegebedürftiger Person, bei mehreren Pflegebedürftigen im selben Haushalt anteilig bis zu 16.720 Euro insgesamt. Ohne Pflegegrad greift die KfW: Der Zuschuss 159 fördert Einzelmaßnahmen zur Barrierereduzierung mit 10 Prozent der Kosten bis 2.500 Euro je Wohneinheit, den Standard „Altersgerechtes Haus" mit 12,5 Prozent bis 6.250 Euro. Beide Wege lassen sich bei unterschiedlichen Maßnahmen im selben Projekt nutzen, nicht aber doppelt für dieselbe Maßnahme. Der Antrag muss vor Baubeginn gestellt sein.

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Ein Projekt statt vieler Einzelaufträge

Bad, Elektro, Türen und Treppenlift laufen bei uns unter einem Vertrag und einem Zeitplan, nicht als vier getrennte Baustellen.

DIN-Maße von Anfang an geplant

Wir legen Türbreiten, Bewegungsflächen und Schwellenhöhen nach DIN 18040-2 fest, bevor gebaut wird, nicht als Nachbesserung.

Zuschüsse vor Baubeginn geklärt

Pflegekassen-Zuschuss oder KfW 159: Wir prüfen, welcher Weg passt, und stellen den Antrag rechtzeitig vor dem ersten Handgriff.

Kurze Bauzeit im bewohnten Haus

Die meisten Umbauten laufen bei laufendem Wohnbetrieb, mit klar abgestimmten Bauabschnitten statt wochenlangem Stillstand.

Kosten im Überblick

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LeistungKosten
Bodengleiche Dusche5.000 - 12.000 €
Barrierefreies Bad komplett15.000 - 25.000 €
Türverbreiterung nichttragend800 - 2.000 €
Türverbreiterung tragend2.500 - 5.000 €
Sitzlift gerade Treppeab 3.500 €

Checkliste: Barrierefreiheit

  • Bedarf klären: heutige Situation und absehbarer Bedarf, nicht nur der aktuelle Zustand
  • Pflegegrad prüfen: entscheidet, ob der Pflegekassen-Zuschuss nach § 40 SGB XI greift
  • Türbreiten und Bewegungsflächen nach DIN 18040-2 gegen den Bestand prüfen
  • Tragende Wände identifizieren, bevor eine Türverbreiterung kalkuliert wird
  • Antrag stellen, bevor der erste Handwerker beauftragt wird: Zuschüsse sind sonst weg
  • Bad und Treppenhaus als möglichen Zusammenhang prüfen, nicht isoliert planen

Häufige Fragen zu Barrierefreiheit

Reicht ein Pflegegrad 1 für den Pflegekassen-Zuschuss?

Ja. Der Zuschuss nach § 40 Absatz 4 SGB XI steht allen Pflegegraden von 1 bis 5 offen, nicht erst ab einem höheren Grad. Voraussetzung ist ein anerkannter Pflegegrad zum Zeitpunkt der Antragstellung.

Kann ich Pflegekassen-Zuschuss und KfW-Förderung kombinieren?

Für unterschiedliche Maßnahmen im selben Projekt ja, für dieselbe Maßnahme nicht doppelt. Bei einem barrierefreien Bad lässt sich das zum Beispiel so aufteilen, dass die Pflegekasse einen Teil und die KfW einen anderen Teil der Gesamtmaßnahme fördert. Wir rechnen das im Angebot transparent vor.

Brauche ich für eine bodengleiche Dusche eine Genehmigung?

In der Regel nicht, solange keine tragenden Bauteile verändert werden. Bei Eigentumswohnungen kann die Eigentümergemeinschaft zustimmen müssen, wenn Leitungen im Gemeinschaftseigentum betroffen sind. Das klären wir vor Angebotslegung.

Wie lange dauert der Umbau eines Bads zur Barrierefreiheit?

Bei laufendem Betrieb meist eine bis zwei Wochen, abhängig davon, ob nur die Dusche oder das komplette Bad erneuert wird. Für diesen Zeitraum ist ein Ersatzbad oder eine Übergangslösung sinnvoll, die wir mit dir vorab klären.

Lohnt sich ein Treppenlift oder ist ein Umzug ins Erdgeschoss besser?

Das hängt vom Grundriss ab. Lässt sich ein vollwertiges Bad und ein Schlafraum im Erdgeschoss einrichten, ist das oft die dauerhaftere Lösung. Ist das baulich nicht möglich oder zu teuer, ist ein Treppenlift die schnellere und günstigere Option. Wir prüfen beide Wege im Erstgespräch.

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